Die laufende Evaluierung des GlüStV 2021 in den Bundesländern
Hugo Hansen · Jul 20, 2026

Die laufende Evaluierung des GlüStV 2021 in den Bundesländern

Die 16 Bundesländer haben die systematische Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 aufgenommen, wobei ein umfassender Evaluierungsbericht bis zum 31. Dezember 2026 vorgelegt werden muss. Dieser Prozess prüft, ob die festgelegten Regelungen wie Einsatzlimits von einem Euro bei Slots, verzögerte Spins, Einzahlungsobergrenzen und die 5,3 Prozent Steuer auf Einsätze die angestrebten Ziele der Kanalisierung und des Spielerschutzes erreichen konnten.
Hintergründe zur Vertragsüberprüfung
Der Vertrag trat 2021 in Kraft und führte strenge Vorgaben für den legalen Markt ein, während parallel der illegale Markt weiterhin aktiv bleibt und die Attraktivität der lizenzierten Angebote abnimmt. Behörden in den Ländern sammeln derzeit Daten zu Kanalisierungsraten und Schutzmaßnahmen, um fundierte Entscheidungen für mögliche Anpassungen zu treffen.
Aktueller Stand im Juli 2026
Im Juli 2026 läuft die Evaluierung in allen Bundesländern auf Hochtouren, wobei Berichte über verbesserte Gespräche zwischen Aufsichtsbehörden und Betreibern vorliegen. Diese Dialoge konzentrieren sich auf gezielte Modifikationen wie moderate Erhöhungen der Einsatzgrenzen, anstatt grundlegender Umstrukturierungen des gesamten Vertrags. Daten aus den Ländern zeigen, dass der Schwarzmarkt nach wie vor einen signifikanten Anteil des Gesamtmarktes ausmacht, was die Kanalisierungsbemühungen erschwert.
Beobachter aus der Branche verweisen auf Berichte der Europäischen Kommission zu grenzüberschreitenden Glücksspielmärkten, die ähnliche Herausforderungen in anderen EU-Staaten dokumentieren. Gleichzeitig sammeln die Landesbehörden statistische Erhebungen zu Spielverhalten und Schutzmechanismen, um den Bericht termingerecht fertigzustellen.

Zentrale Regelungen unter der Lupe
Die strengen Vorgaben des Vertrags umfassen unter anderem das Ein-Euro-Limit pro Spin, zeitliche Verzögerungen zwischen den Spielen, monatliche Einzahlungsobergrenzen sowie die Steuer auf Einsätze in Höhe von 5,3 Prozent. Experten der Landesregulierungsstellen analysieren, inwieweit diese Maßnahmen Spielerschutz und Kanalisierung gefördert haben, während gleichzeitig die Nachfrage nach legalen Angeboten stagniert. Fallstudien aus einzelnen Bundesländern belegen, dass Anpassungen in begrenzten Bereichen die Marktteilnahme legaler Anbieter verbessern könnten, ohne die Schutzziele zu gefährden.
Industrieverbände wie die European Gaming and Betting Association liefern ergänzende Marktanalysen, die aufzeigen, wie regulatorische Rahmenbedingungen in vergleichbaren europäischen Regionen angepasst wurden. Die laufende Bewertung berücksichtigt diese internationalen Vergleiche, um fundierte Empfehlungen für Deutschland abzuleiten.
Erwartete Anpassungen und Auswirkungen
Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Überprüfung zu punktuellen Änderungen führen wird, etwa bei den Einsatzhöhen, während umfassende Reformen des Vertrags unwahrscheinlich erscheinen. Die Bundesländer koordinieren ihre Bewertungen, um einheitliche Schlussfolgerungen für den Bericht im Dezember 2026 zu ermöglichen. Forschungseinrichtungen wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung haben in früheren Studien auf die wirtschaftlichen Effekte von Steuern und Limits hingewiesen, die nun in die aktuelle Analyse einfließen.
Der Dialog zwischen Aufsicht und Industrie hat sich verbessert, was den Austausch von Daten und Erfahrungen erleichtert. Behörden dokumentieren Fortschritte bei der Überwachung des Schwarzmarktes und prüfen, wie gezielte Maßnahmen die Attraktivität des legalen Segments steigern können.
Schlussfolgerung
Die Evaluierung des GlüStV 2021 schreitet planmäßig voran und liefert bis Ende 2026 einen detaillierten Bericht über die Wirksamkeit der bestehenden Regelungen. Die Bundesländer setzen auf evidenzbasierte Anpassungen, die sowohl Kanalisierung als auch Spielerschutz unterstützen, während der Austausch mit Betreibern die Grundlage für praktikable Lösungen bildet.